„Wow, das ist ja cool mit der Reise“, sagt eine Bekannte aus Deutschland Anfang des Sommers zu mir, als ich ihr von unserem Projekt „Weltreise mit drei Kindern“ erzähle. „Aber mit euren Kindern, ich mein, die sind ja so lebhaft. Also meiner (gemeint ist ihr Sohn) ist ja auch lebhaft, aber das ist schon ein Stück…und dann drei, ich weiß nicht.“ Und recht hat sie. Die Reise ist wirklich anstrengend. Vom ersten Moment des Tages bis meistens auch zum letzten ist mindestens ein Kind um mich. Ich bin neben Mutter auch Versorgerin, Reiseleiterin und Lehrerin. Und 24 Stunden am Tag gemeinsam zu sein kann auch ordentlich an den Nerven zehren. Ich bin wirklich froh und dankbar, die Reise machen zu können. Versteht mich nicht falsch. Aber ich möchte auch nicht nur über die Sonnenseiten schreiben, als ob es dazwischen keine Schattenseiten geben würde. Das ganze ist kein Spaziergang und das möchte ich auch nicht verschweigen. Bisher haben wir noch immer abends ein Dach über dem Kopf gehabt, aber bei 35 Grad plus den Alltag in der Fremde zu organisieren ist manchmal eine Challenge. Auch das Essen ist nach wie vor schwierig. Die Kleine isst fast gar nichts und immer genug passende Kekse dabeizuhaben beziehungsweise dann vor Ort zu jeder Zeit etwas aufzutreiben, das essbar ist, ist oft schwer möglich.
Klar kann ich mich manchmal absentieren und Yoga machen oder alleine in ein Café gehen, aber oft sind wir mit Reisen oder Lernen oder anderen Dingen eingedeckt, dass die Zeit dafür rar ist. Und die kids bräuchten auch dringend mal andere Kinder und Zeit, die sie ohne ihren Eltern verbringen. Sie haben sich das nicht ausgesucht und ich merke an ihrer Anhänglichkeit, wie sehr sie doch Struktur und auch ihre Freunde und ihr Umfeld vermissen.
Gott sei Dank waren wir noch nie ernsthaft krank, aber immer wieder mal erwischt einer von uns oder gleich mehrere einen Infekt und dann müssen wir ein paar Tage pausieren.
Und dann gibt es so viele unvergessliche, wundervolle Momente, für die sich das alles lohnt! Von beeindruckenden Landschaften über spannende Tiere bis zu interessanten Menschen und Kulturen, die wir kennenlernen. Drei Monate – rund 100 Tage – sind wir bereits unterwegs und haben wirklich viel erlebt. Und wir haben noch so viel vor uns, das wir noch erleben möchten.
Und darauf freu ich mich!