Mit dem Speedboot fahren wir nach Gili Trawangan. Es ist die größte der drei Gili-Inseln und auch die mit den meisten Hotels und Restaurants. Die Fahrt ist alles andere als lustig. Weil so viele Wellen sind, wackelt das Speedboot wie irre.
Die zwei Kleinen haben Angst. Da hilft auch die Beruhigungsmusik an Board nicht. Wir sind echt froh, als wir ankommen. Auf der Insel ist es dann super genial. Gleich bei der Anlegestelle sind die meisten Hotels und Lokale. Aber sobald man ein paar Meter weitergeht, ist es total ruhig und einsam.
Wir lieben Gili! Das Wasser ist türkis bis durchsichtig bis himmelblau. Man kann einfach von der Insel weg ins
Wasser und hat ein Unterwasserparadies, das einen umhaut. Es ist das beste Schnorchelgebiet, das wir bisher hatten. Überall entlang des Strandes gibt es Stände, die Taucherbrillen, Schnorchel und Masken vermieten. Noch immer haben wir uns kein eigenes Equipment zugelegt. Wir wollen und können es einfach nicht mitschleppen. Am zweiten Tag buchen wir uns ein Boot, um noch zu weiteren Schnorchelspots zu kommen.
Am meisten taugen uns die Wasserschildkröten. Wenn sie mit ihrer majestätischen Ruhe an dir im blauen Ozean
vorbeitauchen ist das einfach ein Erlebnis. Später sehen wir die Schildkröten auch direkt von der Insel aus beim Schnorcheln. Die Tiere lassen sich angreifen und beim Seegras-Fressen beobachten. Man kann eine Wasserschildkröte über eine längere Zeit im Wasser begleiten und in aller Ruhe bestaunen. Das ist unglaublich schön und beruhigend.
Gili Trawangan ist zwar die größte aller Gilis, aber sie ist trotzdem so klein, dass man sie locker zu Fuß umrunden kann. Viele borgen sich aber auch einfach ein Fahrrad aus. Denn Autos und Mopeds gibt es hier nicht. Die Touris werden mit Pferdekutschen vom Hafen zum Hotel und wieder retour gebracht. Nach drei Tagen Gili zieht es uns trotzdem weiter, denn soviel Zeit bleibt uns in Indo gar nicht mehr.
Wir überlegen lange hin und her, was wir noch anschauen sollen, und entscheiden und schließlich für die Insel Nusa Penida. Sie liegt noch weiter im Süden und näher an Bali, soll aber noch kaum touristisch sein und landschaftlich ein Traum. Wir haben eine schlimme Bootsfahrt, um hinzukommen. Die Boardlady verteilt in einer Tour Speibsackerln, die Fahrt ist einfach nur schrecklich. Ich fliege wirklich ungern, aber auf unserer Weltreise sind die Bootsfahrten um einiges unangenehmer als die Flüge. Irgendwann kommen wir dann doch komplett seetrunken an. Vor Ort warten schon jede Menge Männer, die uns
Hotels und Taxis andrehen wollen. Sie sind richtig hartnäckig und ich denke mir, so untouristisch ist es dann auch wieder nicht. Wir haben blöderweise nichts vorgebucht und sind nach der Anreise so kaputt, dass uns die Energie fehlt, was zu suchen. In letzter Zeit haben wir oft absichtlich nichts im Vorhinein gebucht, sondern im Internet ein paar Sachen rausgesucht, die uns taugen und sie dann vor Ort angesteuert, um zu schauen, ob sie uns wirklich zusagen. Leider gefällt mir hier gar nichts und bald wird es
auch schon dunkel. Wir müssen dann irgendwas nehmen und ich bin sauer. Auf Nusa Penida ist es angeblich wie auf Bali vor vielen Jahren. Tatsächlich ist es um einiges teurer und der Standard ist um einiges schlechter. Die netten Anlagen sind leider oft so gelegen, dass man ein Moped braucht, was für uns zu 5t mit Rucksäcken nicht geht.
Wir organisieren uns einen Fahrer für den nächsten Tag, um was von der Insel zu sehen. Auch das ist mühsam. Die Fahrer wollen nur die Ost- oder die Westseite anfahren und nur vorher fix festgelegte Punkte ansteuern. Ich hätte gerne einen Fahrer für einen Tag, der macht, was wir wollen. Aber das geht einfach nicht. Sobald du einen Fahrer hast, muss
man sich immer nach ihm richten. Und im Gegensatz zu Thailand beginnt in Indo immer bei Fahrtantritt nochmals die Diskussion von vorne. Weil aus diesem und jenem Grund kostet es dann doch mehr. In Thailand war ausgemacht auch ausgemacht. Irgendwann brechen wir dann zu unserem Besichtigungstrip auf. Anfangs ist die Straße noch gut. Doch schon bald ist sie nicht mehr asphaltiert, sondern ein Feldweg mit
Schlaglöchern. Wir brauchen Stunden, um nur ein paar Highlights der Insel zu sehen. Die sind dafür auch atemberaubend. Aber ich wünsche mir gerade ein bißchen mehr Komfort und verstehe den Mega Hipe auf allen blogs im Netz, der um diese Insel
gemacht wird, nicht. Natürlich ist das alles schon was ganz anderes, wenn man nur zu zweit ist und mit einem Moped durchs Land düst. Aber so ist es irre anstrengend auf Nusa Penida. Und die Landschaft ist zum Ende der Trockenzeit auch ziemlich verdorrt.
Wir fahren schon am Abend nach Bali zurück, denn am nächsten Tag geht bereits unser Flug auf die Insel Flores. Mit Wings Air fliegen wir nach Labuan Bajo, einer Hafenstadt im Westen der Insel. Von dort starten die Boote zum Komodo-Nationalpark mit den sogenannten Komodowaranen (vom Aussterben bedrohten Echsen) und zu den Tauch- und Schnorchelparadiesen rund um die Kleinen Sundainseln.
Der Ort Labuan Bajo selbst ist alles andere als malerisch und ziemlich teuer für das, was er zu bieten hat. (Bali ist im Vergleich dazu um einiges günstiger.) Auf Flores ist es noch weniger touristisch, aber das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Überall wird gebaut und viel Land wurde an Investoren verkauft. Die Einheimischen können dennoch kaum Englisch und das Essen ist leider auch mau. Wir sind berührt von der Armut, die hier teilweise sichtbar ist. Nicht wenige leben in Wellblechhütten. Als wir im Lokal ein Huhn mit Reis bestellen, sind gerade einmal zwei Bissen Fleisch am Knochen. Die Kellnerin meint dazu, das sei eben ein lokales Huhn.
Wie viele andere Touristen sind auch wir unter anderem wegen der
Komodowarane nach Flores gekommen. Also organisieren wir uns gleich am ersten Tag noch eine Bootstour. Der Ort besteht, wie meist in Indonesien, aus einer Straße. In Labuan Bajo reiht sich zudem ein Bootsverchecker an den anderen. Es ist dreckig und wir fühlen uns nicht so wohl. Wir essen noch schnell ein kleines Essen und dann geht’s ab ins Bett, denn bereits um halb sechs starten wir am nächsten Tag zu unserem Ausflug.
Das Boot und die Crew sind mit Abstand nicht so fein wie bei der Orang Utan-Tour, aber Gott sei Dank sind wir diesmal nur einen Tag am Meer und
übernachten wieder an Land. Zuerst steuern wir die Insel Padar an. Sie gehört auch zum Nationalpark und ist sehr karg, aber wunderschön. Wir wandern bis zum Gipfel, die Aussicht ist fantastisch. Das sind die Momente, in denen man spürt und weiß, wofür sich die ganzen Mühen auszahlen. Weil wir nicht ganz fit sind, schnorcheln bei dieser Bootstour nicht. Außerdem ist zu der Zeit, wo wir vor Ort sind leider starker Wind und damit hoher Wellengang. Ein weiteres Highlight der Region, nämlich die Mantarochen, können wir somit nicht erleben, da es zu gefährlich ist.
Nach Padar geht’s weiter mit dem Boote auf die Insel Rinca. Das ist neben
Komodo die zweite, größere Insel, auf der die Komodowarane leben. Ein guide führt uns herum und passt auf, dass wir nicht von einem Waran attackiert werden. Die Echsen sind bei den Einheimischen nicht beliebt, da sie nicht ungefährlich sind und immer wieder Nutztiere reißen. Doch um Touristen anzulocken, werden sie akzeptiert. Insgesamt leben auf Komodo und Rinca gemeinsam noch bis zu 4000 Warane. Sie werden bis zu drei Meter groß und 70 Kilo schwer. Die Warane sind Fleischfresser und Kannibalen. Die jungen Echsen flüchten deshalb gleich nach der Geburt auf den nächsten Baum, damit sie nicht
von der eigenen Mutter gefressen werden. Leider sind nicht viele Warane unterwegs, da es sehr heiß ist und die Tiere sich lieber im kühlen Schatten verstecken. Und die, die wir sehen, bewegen sich kaum und liegen lieber herum und schlafen.
Flores ist eine große Insel, doch sie ist nicht so leicht zu bereisen, da sie nur breit und nicht lang ist und wir sind am westlichsten Zipfel. Die Straßen sind zudem meist nur Feldwege. Also mit dem Auto braucht man ewig und fliegen ist ziemlich teuer. Wir hätten uns gern den Vulkan, es ist der größte Indonesiens, angeschaut, aber wir haben die Wegstrecken auf der Insel unterschätzt. Und weil nicht alle Kinder fit sind, machen wir es leider nicht. Stattdessen bleiben wir in dem rauen Hafenort. Einen Tag nehmen wir uns einen Fahrer und fahren zu einer Höhle, in der Meerwasser ist und man baden gehen kann.
Und dann geht’s wieder zurück nach Thailand!
