… heißt auf thailändisch „Guten Appetit!“ Auf eine Empfehlung unseres guesthouses buche ich meinen Kochkurs. Der Kurs war auf meiner Wunschliste vor unserer Abreise. Umso mehr freue ich mich jetzt, dass es sich wirklich ausgeht, einen zu machen.
Es gibt unzählige Angebote an cooking classes in Chiang Mai und die Qual der Wahl macht es nicht leichter. „Mein“ Koch-Studio ist gleich in unserer
Straße, nur ein paar Häuser weiter von der Unterkunft. Am Stundenplan steht: wir kochen sechs Gerichte in sechs Stunden. Als ich ankomme, werden wir gleich in Gruppen eingeteilt. Ich habe Glück, denn wir haben eine ganz liebe lustige Kochlehrerin, die noch dazu super Englisch spricht. Zuerst wählen wir die Gerichte aus, die wir kochen wollen und dann
gehen wir zum Markt, wo wir verschiedene Gemüse- und Reisarten kennenlernen. Danach geht’s ab in den Garten zur Kräuterstunde. Die Thais kochen sehr viel mit frischen Gewürzen und Chili. Wir bekommen alles genau erklärt und dürfen alles kosten
Bevor wir zu kochen beginnen, gibt es einen thailändischen Appetizer. Auf einer Platte sind Frühlingszwiebel, Ingwer, Chili, Limette,
Erdnüsse und geröstete Kokosnuss sowie Honig. Jeder nimmt sich ein Betel-Blatt, formt einen Trichter und gibt sich von jeder Geschmacksrichtung etwas (oder was man eben möchte) hinein. Dann wird damit quasi zugeprostet und alles mit einem Bissen verschlungen.
Jetzt geht’s ab ans Messer und ans Schneidbrett. Als erstes bereite ich Pad Thai zu, eines meiner absoluten Lieblingsgerichte in Thailand. In der thailändischen Küche werden das Gemüse und die Gewürze viel größer als bei uns
geschnitten, denn manches wird nur mitgekocht und auch serviert, aber nicht mitgegessen. Es wird auch nicht alles angebraten. Manche Zutaten kommen später in die Pfanne und manche überhaupt erst am Ende ganz frisch auf den Teller.
Im nächsten Gang kochen wir Glasnudelsalat, Kokosnussmilch-Suppe und Frühlingsrollen. Manche aus der Gruppe entscheiden sich auch für einen anderen Salat oder eine andere Suppe. Im Prinzip sind die Gerichte leicht
zuzubereiten und überall sind ähnliche Zutaten dabei. Es ist auch super komfortabel, weil die lästigen Schneidarbeiten und andere Zwischenschritte von lieben Thaidamen erledigt werden. Wir machen also nur Chefkocharbeit! Am meisten Spaß beim Zubereiten machen die
Frühlingsrollen und sie schmecken auch echt gut. Das Gemüse wird mit Tofu kurz angebraten und dann in den Teig gepackt. Mit unserem super Coach an der Seite geht das ganz einfach. Ich hoffe, ich schauffe es zuhause dann auch wieder! Dann kommen die Babys (das Essen wird hier immer mit Kosenamen bedacht) ins heiße Öl, bis sie leicht braun werden und dann ab
auf den Teller. Jetzt gibt es mal eine Pause. Keiner kann mehr einen Bissen essen, denn alle Gerichte werden natürlich nach dem Kochen gegessen oder zumindest gekostet.
In Thailand und überhaupt in gesamt Asien hat Essen einen hohen Stellenwert. Es wird den ganzen Tag über gekocht und warm gegessen. Überall auf den Straßen gibt es Küchen und die Möglichkeit, frisch gekochtes Essen zu kaufen. Viele Asiaten kochen gar nicht selbst, sondern versorgen sich unterwegs, vor allem die, die arbeiten.
Als nächstes geht’s an den Mörser. Wir bereiten Chilipaste zu. Wir machen sowohl rotes als auch grünes Curry. Je nach Schärfegrad werden wir in Stufen von Kindergarten bis Universität eingeteilt. Ich entscheide mich für Panang Curry. Dafür wird rote Currypaste mit Erdnüssen vermengt, wodurch die Sauce milder wird.
Für die Nachspeise suche ich Mango with sticky rice
aus. Wir mögen diese Speise mittlerweile richtig gern und die kids bestellen sie sich beim Essengehen immer wieder auch als Hauptspeise. Der sticky rice ist eine eigene Reisart, die man über Nacht einweichen muss, bevor man sie kocht. Beim
Kochen muss man dann viel rühren und aufpassen, dass der Reis nicht anbrennt. Die Thais lieben es, den Reis einzufärben. Wir verwenden Butterfly pea tea. Er ist geschmacklos und färbt den Reis blau. Für die Kokosnuss-Sauce, die über den Reis kommt,
wird nochmal Kokosmilch mit Salz aufgekocht. Salz wird sonst sehr wenig in der thailändischen Küche verwendet, stattdessen gibt es Fischsauce und andere Gewürze. Als alle fertig sind, essen wir wieder gemeinsam. Alles schmeckt richtig gut! Es gibt auch gebackene Bananen und Bananen in Kokosmilch. Am Schluss bekommen wir noch ein Kochbuch mit allen Rezepten zum Nachkochen. Ich hoffe, ich koche all die guten Speisen auch mal zuhause nach!
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