Von Ipoh bis Georgetown


Home, Malaysia, Reise / Montag, September 10th, 2018

Ipoh ist eine kleine feine Stadt im Landesinneren von Malaysia mit entzückenden Gebäuden im Kolonialstil und Unmengen an streetart. Nach dem doch etwas heruntergekommenen Ort Tanah Rata in den Bergen sind wir sofort verliebt. Die Stadt ist nicht so groß, super gemütlich, es gibt keinen Verkehrsstau, viel Kunst und eine supermoderne shopping mall.

Mit einem Grab (Taxi) fahren wir ins Old Town. Es ist überschaubar. Für Malaysia gibt es allerdings ungewohnt viele kleine Galerien und Kunstläden und nicht nur den ganzen Chinaplastikschmarrn, den man sonst überall bekommt. Überall in der Stadt verteilt ist streetart – den kids macht es Spaß, sich vor die Kunstwerke an den Hauswänden und Mauern zu stellen und sich fotografieren zu lassen. So kann man perfekt eine Stadt anschauen, ohne, dass man es merkt 😉

In einem edlen Teeladen sehen die Kinder besondere Süßigkeiten. Es sind mit Tee gewürzte Spezialitäten in Fischform. Die kids wollen sie natürlich gleich kaufen und raunzen, als ich „nein“ sage. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie ihnen nicht schmecken werden, aber sie lassen nicht locker. Gerade als wir aus dem Geschäft wieder hinauswollen, taucht eine alte Frau auf. Sie kann kein Englisch, deutet uns aber, dass sie den Kindern die Süßigkeiten kaufen will. Ich möchte das nicht, denn die Frau schaut nicht so aus, als ob sie viel Geld hätte. Aber sie besteht darauf und eilt gleich mit den Fischen zu Kassa. Mir ist das ganze unangenehm, aber die Malaysierin lässt es sich nicht nehmen, die Teile zu kaufen. Na gut. Ich glaube, sie sieht es wie eine Opfergabe an Buddha – nur halt an Kinder aus dem Westen. Die Frau hat so eine Freude damit, also was soll’s. Wieder aus dem Geschäft draußen sind die Kinder selbst ganz baff, dass ihnen eine wildfremde Frau etwas geschenkt hat. Der Fisch hat ihnen natürlich nicht geschmeckt. (Ich hab sie nur einen aufmachen lassen, den sie nach der Reihe gekostet haben.) Von so viel Nächstenliebe beflügelt, wollen sie jetzt die zwei verbliebenen, noch verpackten Fische anderen Kinder schenken oder jemand anderem, der eine Freude damit hat.

Immer wieder treffen wir auf hilfsbereite, herzliche Malaysier. Als wir mit unserem Mietauto – alias sexy Flitzer – in Georgetown auf der Insel Penang ankommen, fahren wir gleich in den City Center, da wir noch nicht in unser Quartier können.

Ewig und eine Stunde suchen wir einen Parkplatz. Als wir endlich einen ergattert haben, frag ich ein junges Pärchen auf der Straße, wo man denn in dieser Stadt Parkscheine bekommt. Das können sie mir nicht erklären, aber sie gehen zu ihrem eigenen Auto und holen ein paar Parkscheine und schenken sie mir. Sie wollen pardout kein Geld dafür annehmen. Ich mag das, wenn Menschen – einfach so – nett sind.

Georgetown erinnert uns an Ipoh, nur ist es viel größer. Es gibt wieder viel Kunst, coole Cafés und jede Menge streetart. Und es gibt Lokale, in denen man Alkohol bekommt. Wir sind happy und Grab gibt es auch – also kein Parkplatzsuchen mehr. Einen Tag lang nehmen wir trotzdem unseren sexy Flitzer und fahren die Insel ab. Es gibt einen kleinen Nationalpark mit feinen Stränden. Besonders taugt uns der Kek Lok Si Tempel in einem Vorort von Georgetown. Der Tempel besteht aus mehreren Gebäuden auf mehreren Ebenen. Wir sind bereits ganz in der Früh dort, als er gerade erst aufmacht und kaum Leute da sind. Es ist so ruhig und still, eine tolle Atmosphäre.

In Georgetown gibt es auch wieder einen liegenden Buddha wie in Bangkok. Er ist nur 33 Meter lang und nicht so schön wie der thailändische, aber immer noch der drittgrößte der Welt. Lustig finde ich, dass die heilige Statue lackierte Zehennägel hat.

Die Mischung aus Buddhaverehrung, Beten und Verschleierung mit Plastikklimbim und Wegwerfgesellschaft habe ich noch nicht ganz verstanden.

3 Replies to “Von Ipoh bis Georgetown”

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