Halong Bay


Home, Reise, Vietnam / Dienstag, November 27th, 2018

Die berühmte Halong Bay ist ein absolutes „must“ bei jeder Vietnam-Reise. Weil es am Festland vor der Bucht allerdings schon sehr touristisch ist, fahren wir nach Cat Ba, einer Insel, die zur berühmten Halong Bay gehört und erkunden die populären Kalksteinfelsen von dort aus. Die Insel Cat Ba ist sehr naturbelassen und ruhig. Der Ort, von dem die Ausflugsschiffe wegfahren, ist zwar öd, aber die Landschaft und die Kulisse der Felsen, die aus dem Meer ragen, sind wunderschön.

Wir schlafen in den günstigsten Zimmern ever unserer bisherigen Reise: Sieben Euro kostet ein Doppelzimmer, mit Frühstück. Okay, es ist jetzt kein Palast, aber für den Preis wirklich schwer okay.

Wir entscheiden uns für einen Ein-Tages-Boots-Trip durch die Halong Bay und buchen dieses Mal bei einem teureren Anbieter. Das schlechte Boot von unserem Ausflug zu den Komodo-Waranen sitzt uns noch zu sehr in den Gliedern. Sicherlich wäre es schön, mehrere Tage am Schiff zu bleiben, aber für die kids ist ein Tag ohne Auslauf genug. Und wir haben ja schon einige Bootstouren gemacht auf unserer Reise…

Am nächsten müssen wir früh raus, weil das Boot bereits um kurz nach halb acht ablegt. Wir starten deshalb so früh, um vor allen anderen durch die Buchten zu schippern. Und wir haben Glück! Ein bisschen dizzy ist es zwar, aber es scheint die Sonne! Das ist nicht selbstverständlich. Viele fahren durch die Kalkfelsen bei Nebel. Auch sonst ist alles fein: wir haben ein schönes Boot, eine nette Reise-Truppe und einen engagierten guide.

Zuerst fahren wir durch die ruhigere Lan Ha Bay, die mindestens genau so schön ist wie die berühmte Halong Bay. Ehrlich gesagt erkenne ich wenig Unterschied. Die Atmosphäre ist da wie dort wirklich schön: grünes Wasser, links und rechts von uns Kalksteinfelsen in den verschiedensten Größen und Formen. Immer wieder gibt es Höhlen. Es ist wirklich einzigartig und ich bin froh, dass wir hierher gekommen sind. In der Lan Ha Bay gibt es zwischen den Felsen auch schwimmende Dörfer. Fischerfamilien leben hier auf engstem Raum auf ihren Hausbooten. Unser guide erzählt uns, dass alle Internet und Smartphones haben. Was mich mehr wundert, ist, dass manche mit mehreren Hunden auf dem Hausboot leben. Jedenfalls dürften sie mit dem Fischen ganz gut verdienen. Einige kaufen sich nach ein paar Jahren ein Haus am Festland und können in den Ruhestand gehen.

 

Nach rund zwei Stunden Fahrt kommen wir zu einer Höhle. Ab jetzt geht’s weiter in Kajaks. Das heißt, wir müssen selber schuften. Ich bin mit meinem jüngeren Sohn gemeinsam. Das Lenken ist gar nicht so leicht, macht aber viel Spaß. Wir paddeln eineinhalb Stunden und danach ist mein Gewand komplett nass, weil so viel Wasser ins Kajak reinkommt. Am Tag darauf hab ich sogar Spatzen (Muskelkater)! Nach dem vielen Sport schippern wir in eine abgelegene Stelle der Halong Bay und jetzt gibt es Lunch. Nein, davor wird noch geschwommen beziehungsweise gesprungen. Mir ist es zu kalt, aber die Burschen hüpfen vom Boot. Mit perfekter Kulisse im Hintergrund. Dann gibt’s endlich das Mittagessen und es ist auch wirklich gut. Alles wird am Boot frisch gekocht.

Am Nachmittag fahren wir dann zur Monkey Island. Auf der Insel gibt es, wie der Name schon sagt, Affen. Sie sind ziemlich aggressiv. Wahrscheinlich sind ihnen zu viele Touris, denn es ist wirklich komplett überfüllt. Wir kraxeln mit unserem guide auf den kleinen Berg der Insel und müssen ständig warten, weil so viel Gegenverkehr ist. Viele wandern auch mit Flip Flops. Ehrlich gesagt, hätten wir gewusst, dass der Berg nur aus spitzen Felsen besteht, wären wir mit den Kindern nicht raufgegangen. Ein Mann kommt uns mit einer triefenden Wunde entgegen. Er muss von seinen Kollegen gestützt werden. Ein Mädel aus seiner Gruppe erzählt mir, dass er ein kleines Stück abgestürzt ist und ziemlich unter Schock steht. Ich bleib mit Alma irgendwann stehen. Die Männer schaffen es fast ganz rauf und haben als Belohnung eine super Aussicht. Wir sind aber alle froh, als wir heil wieder unten sind. Der Strand der Insel ist wie im Bilderbuch. Gerne wäre ich länger geblieben, aber wir müssen aufbrechen. Für uns gibt’s noch den Sonnenuntergang an Deck und dann geht’s wieder zurück.

Es ist echt eine wundervolle Fahrt durch die Halong Bay. Die Landschaft ist einfach einzigartig und bezaubernd. Trotzdem sind wir sehr froh, am Abend wieder an Land zu sein und in unseren Betten zu schlafen.

Am Abend treffen wir im Restaurant übrigens wieder ein paar Leute, mit denen wir auf dem Slow Boat in Laos den Mekong entlang gefahren sind. Auch wenn man nur mit ein paar Leuten auf dem Boot gesprochen hat… wenn man zwei Tage auf so engem Raum miteinander verbringt, kennt man nachher jedes der über hundert Gesichter. Schon lustig irgendwie…

Obwohl es uns auf Cat Ba gut gefällt und es schöne Strände und einen Nationalpark gibt, zieht es uns wieder weiter. Wir wollen in die Berge nach Sapa.

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